Nach einer durchwachsenen Vorbereitung stand für den FCL zum Rückrundenstart das Duell in Waidhofen am Programm, die Ybbstaler haben in der Transferzeit mit Ex-Profi Zulechner ihre Titelambitionen nochmal gestärkt. Aber auch für die neuformierte Koll-Elf war das Match gleich ein echter Gradmesser, der nach 90 kampfbetonten Minuten als sehr gelungen bezeichnet werden kann. In einer hochdramatischen Partie gelang es den Blau-Weißen gleich viermal einen Rückstand aufzuholen, an Moral und Willen der Leonhofner-Jungs war das kaum zu überbieten.
Der FCL agierte zu Beginn aus einer kompakten Defensive und agierte gegen den Ball diszipliniert, offensive Nadelstiche war aber vorerst noch keine zu sehen. In der 12. Minute kombinierten sich die Hausherren über die linke Seite zur ersten guten Chance, doch aus halbrechter Position schob der Waidhofner das Leder am langen Eck vorbei.
Drei Minuten später durften aber die Ybbstaler jubeln als der FCL am Strafraum den Ball nicht wegschlagen konnte und der Ex-Wieselburger Heigl die Kugel zum 1:0 unter die Latte donnerte. Doch der FCL schlug in Minute 27 mit dem ersten Torschuss gleich zurück als Schiller nach einer Ecke im Strafraum an den Ball kam und trocken zum 1:1 traf.
Der Ausgleich gab den Gästen Selbstvertrauen und die Partie war offen, ohne jedoch große Torchancen auf beiden Seiten vorzufinden. Als alle Fans bereits mit dem Pausenpfiff gerechnet haben, schlugen die Gastgeber nochmal zu. Der FCL produzierte einen unnötigen Freistoß auf 18 Meter zentral vorm Tor, der jedoch in die Mauer ging. Leider kam dann der Abpraller genau zu dem bis dahin unauffälligen Zulechner, der eiskalt in Torjägermanier zum 2:1 traf.
Und kurz nach Seitenwechsel war Zulechner beim 3:1 wieder ideal zur Stelle als der FCL etwas zu zögerlich verteidigte und Heigl einen perfekten Stanglpass zu seinem Mittelstürmer brachte. Kaum jemand traute jetzt dem FCL noch etwas zu, doch die Mannschaft gab nicht auf und kämpfte sich stark zurück.
Ausgangspunkt für die Aufholjagd war ein Traumtor des bärenstarken FCL-Youngsters Balogh-Parkolicz, der einen Ball in der Hälfte der Waidhofner super antizipierte, den Torhüter weit vor seinem Tor sah und den Ball aus gut 30 Meter sensationell zum 3:2 ins Netz zirkelte- Marke „Tor des Jahres“.
Danach ging nochmal ein Ruck durch die Mannschaft, die einen sehenswerten Fight lieferte. 10 Minuten später war es wieder Schiller der die FCL-Fans jubeln lies und mit seinem Kracher zum 3:3 die Hausherren schockte.
Aber die Partie ging noch 30 Minuten und war noch lange nicht entschieden. Die Waidhofner wurden natürlich wieder aktiver und übernahmen das Kommando, der FCL stand aber defensiv gut und kompakt. Der Druck über die Flügel wurde größer und damit auch die Eckbälle für die Hausherren.
Und dann nahm der beste Waidhofner am Platz, Ex-Landesligaspieler Kammerhofer, das Ding selbst in die Hand. Nach einer weiten Flanke von der linken Seite verschaffte er sich körperbetont Platz, kontrollierte das Leder perfekt und traf platziert zum umjubelten 4:3 ins lange Eck.
Hatte der FCL nochmal den Power um auch ein viertes Mal auszugleichen? In diesem verrückten Spiel gelang auch das und FCL-Mittelstürmer Schiller krönte sich mit seinem dritten Treffer zum „Man of the Match“.
In der 75. Minute kam ein weiter Ball Richtung linker Strafraumecke, der „Lange“ zog nochmal ab und überraschte den Ex-Profi-Torhüter der Waidhofner im kurzen Eck und die Kugel zappelte zum 4:4-Ausgleich im Netz.
Eine heiße Schlussphase stand am Programm, die Ybbstaler warfen alles nach vorne, hatten aber auch Respekt vor den FCL-Kontern. Einige hohe Freistöße und Eckbälle flogen noch Richtung FCL-Tor, doch die Gäste-Defensive verteidigte kompakt und kampfkräftig bis der Schiedsrichter in Minute 95 diesem hochspannenden Match ein gerechtes Ende bereitete.
Der FCL geht als moralischer Sieger dieser Partie vom Platz und trifft nun am kommenden Samstag um 15.30 zu Hause auf den SV Blindenmarkt.
Auch unsere U23 startete mit einer starken Leistung und einem hochverdienten 4:0-Auswärtssieg in die Saision, Torschützen Eder, Babinger, Quintus 2x
